Stiftungsprofessuren und Forschungsprojekte


Die Heinz Nixdorf Stiftung fördert folgende Heinz Nixdorf-Stiftungsprofessuren:

"Biomedizinische Elektronik" an der TU München
(ab 2017) Prof. Dr. rer. nat. Oliver Hayden

Mit der Stiftungsprofessur „Organoid self-organization and micromechanics“ („Bausch-Lab“) sollen Selbstorganisationsprozesse, die den Strukturbildungsprozess von Organoiden steuern, entwickelt und gesteuert werden. Das Augenmerk liegt dabei beim Wachstum von Organoiden. Zu diesem Zweck werden mit dieser Professur verschiedene Werkzeuge aus den Bereichen Lichtmikroskopie, Mikrorheologie, Mikrofluidik, Bioprinting und KI-basierte Bildverarbeitung entwickelt und angewandt. Ein wichtiges Ziel ist es, zu verstehen, wie sich komplexe Strukturen auf mikroskopischer Ebene bilden, um so das Wissen in der Entwicklungsbiologie und der Gewebezüchtung voranzubringen. Als Modelle werden Organoide der menschlichen Brustdrüse, Tumoroide des duktalen Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse und seit neuestem auch Herzorganoide verwendet.

Die Heinz Nixdorf Stiftung fördert an der TU München neben Stiftungsprofessuren auch das „Center for Organoid Systems (COS)“, welches sich inhaltlich mit der Entwicklung fortschrittlicher Technologien für menschliche Organoide zur Modellierung und Erforschung der menschlichen Biologie sowie zur Heilung von Krankheiten befasst. In diesem Forschungszentrum am Standort Garching werden die molekularen und biophysikalischen Grundlagen von Krankheiten (z. B. Krebs) mit Hilfe von multizellulären Organmodellsystemen (Organoiden) erforscht und die Erkenntnisse schneller in die klinische Anwendung gebracht. Es werden führende Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammengebracht, darunter Medizin, Zellbiologie, Mikrobiologie, Gentherapie, Informatik, Biophysik und Bioelektronik. Der Einsatz von Ansätzen aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI), Bioingenieurwesen und Nanotechnologie wird die Umsetzung von Behandlungsoptionen der nächsten Generation für Patienten, die an den schwerwiegendsten Krankheiten leiden – darunter Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes und neurodegenerative Erkrankungen –, weiter beschleunigen.

Das Herzstück des ebenfalls mit Förderung der Heinz Nixdorf Stiftung geschaffenen wissenschaftlichen Heinz Nixdorf Labors bildet die Profilierung, d. h. die automatisierte Gewinnung, Zusammenführung und Analyse komplexer Datensätze, die mit neuesten Technologien mit hoher Raum- und Zeit-Auflösung an den Organoiden gewonnen werden. Das Heinz Nixdorf Labor steht für alle am COS befindlichen Forschungsgruppen zur Verfügung.

 

Die Heinz Nixdorf Stiftung fördert folgende Forschungsprojekte:

Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V.
Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. betreibt das Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre (MPI-SP) in Bochum. Die Heinz Nixdorf Stiftung fördert die „Heinz-Nixdorf-Forschungsgruppe“, die am Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre im Herbst 2021 ins Leben gerufen wurde. Sie ist Teil des größeren Cybersicherheits-Ökosystems in Bochum, das aus Deutschlands einzigem Exzellenzcluster für Cybersicherheit im Zeitalter großskaliger Angreifer, aus Europas größten akademischen Programmen für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum und an kooperierenden Instituten sowie aus einer lebhaften Start-up-Community besteht. Die Heinz-Nixdorf-Forschungsgruppe erforscht u. a. Grundlagen von Kryptowährungen und Smart Contracts und erarbeitet Lösungen für eine sinnvolle, sichere, ressourcenschonende und die Privatsphäre wahrende Nutzung dieser Technologien.

Die Stiftung Westfalen fördert die Durchführung des Forschungsprojekts „Multimodale Bildgebung des Gehirns als Möglichkeit zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit im Sport“. Dieses Forschungsprojekt wird durch das Sportmedizinische Institut Department Sport & Gesundheit der Universität Paderborn (Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger) durchgeführt. Für das Verständnis von Veränderungen durch leichte Gehirnerschütterungen oder Ermüdung im Sport spielen insbesondere Veränderungen in der Architektur und Aktivität von hierarchisch organisierten Netzwerken im Hirn eine Schlüsselrolle. Obwohl diese pathophysiologischen Veränderungen zum Teil bereits gut beschrieben sind, steht der Transfer in die Praxis zum jetzigen Zeitpunkt noch aus. Biomarker für die Diagnose und Verlaufsbeurteilung von leichten Gehirnerschütterungen im Sport und Überlastungszuständen des Gehirns durch Übertraining können nachhaltig dazu beisteuern, Leistungs- und Breitensport gesünder und das Training effektiver zu gestalten. Durch das Forschungsprojekt soll die funktionelle Konnektivität hirneigener Netzwerke mittels multimodaler Bildgebung im Rahmen von hochauflösenden Verfahren dargestellt werden. Die Anwendung der multimodalen Bildgebung soll durch das Forschungsprojekt maßgeblich weiterentwickelt werden.